Blasorchester der Kolpingsfamilie Oberwesel am Mittelrhein (UNESCO Weltkulturerbe) im Tal der Loreley / zur Startseite


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Zu Fronleichnam beim Bischof in Trier

(21.02.2005) Kolping-Blasorchester zog bei Mitgliederversammlung Bilanz und beriet Aktivitäten in 2005

OBERWESEL. Zur diesjährigen Mitgliederversammlung des Kolping-Blasorchesters konnte der Vorsitzende Dr. Udo Dittmayer nicht ganz so viele Teilnehmer begrüßen als sonst. Grund dafür war weniger der in den Februar verlegte Versammlungstermin, als vielmehr die derzeit grassierende Grippewelle, deren Auswirkungen etliche Mitglieder am Kommen hinderten.

In seinem Geschäftsbericht ging der Vorsitzende auf das gelungene Konzert im vergangenen Jahr ein, bei dem zahlreiche Nachwuchsmusiker in das Orchester integriert werden konnten. Die Verstärkung durch die Jungmusiker macht sich bei öffentlichen Auftritten auch optisch bemerkbar. "Seitdem laufen wir wieder mit mehr als 30 Musikerinnen und Musikern auf, was natürlich viel repräsentativer wirkt, als wenn man lediglich mit knapp zwei Dutzend Leuten aufspielt", so Dittmayer.

Mit 34 Auftritten hatten die Kolping-Musiker sieben Engagements weniger als im Vorjahr. Dies liegt zum Teil daran, dass die Stadt Oberwesel unter Sparzwang steht. Auftritte bei Tal total oder Aldegundismarkt, in der Vergangenheit sichere Einnahmequellen, sind weggefallen. Überhaupt macht sich, wie bei anderen Musikvereinen auch, die allgemeine wirtschaftliche Lage bemerkbar, in der das Geld bei den Auftraggebern nicht mehr so locker sitzt. Gerade die Hälfte seiner Auftritte hat das Blasorchester gegen Honorar gespielt.

Und Einnahmen sind nun mal bei einem Orchester zwingend notwendig - für die Anschaffung von Instrumenten und die Vergütung des Dirigenten ebenso wie für die Notenbeschaffung und die Ausbildung der Nachwuchsmusiker. "Dass der Verein trotz der Einnahmeausfälle dennoch schwarze Zahlen schreibt, ist unseren 167 fördernden Mitgliedern zu verdanken", betonte der Vorsitzende. Hinzu kommt, dass sich immer wieder generöse Spender finden, die dem Verein finanziell unter die Arme greifen. So spendete ein Oberweseler Unternehmer im vergangenen Jahr 5.000 Euro, wovon neue Instrumente angeschafft wurden.

Was die Terminplanung für 2005 angeht, gibt es ebenso Erfreuliches wie Bedauerliches zu berichten. Auch wenn durch die Nachwuchsmusiker die Orchesterstärke erheblich gesteigert wurde, muss in diesem Jahr das Konzert in der Stadthalle abgesagt werden. In den wichtigen Registern wie Trompete und Flügelhorn sind durch Wegzug und aus familiären Gründen Leistungsträger ausgefallen. Diese lassen sich nach den Worten von Dirigent Alfons Kowalski nicht von heute auf morgen ersetzen. Um die treuen Anhänger und Konzertbesucher indes nicht zu enttäuschen, soll es im Herbst einen Rheinischen Abend mit zünftiger Blasmusik und Bewirtung im Jugendheim geben. Unter den bereits feststehenden Auftritten sind vor allem zwei herausragende Ereignisse zu nennen. Zum einen die Mitwirkung bei der Fronleichnamsprozession in Trier, zu der der aus Oberwesel stammende Weihbischof Robert Brahm eingeladen hat. Die Oberweseler Bürger brauchen sich wegen ihrer Prozession jedoch keine Sorgen zu machen. Hier wird in Vertretung der Musikverein aus Damscheid Messe und Prozession musikalisch mitgestalten.

Außerdem nimmt das Kolping-Blasorchester am Sonntag, 12. Juni, am Festzug des Rheinland-Pfalztages in Bad Ems teil. Um in der Kurstadt für den Rhein-Hunsrück-Kreis ein gutes Bild abzugeben, wird man mit dem Musikverein St. Goar gemeinsam ein Orchester bilden. Ein Novum, das die guten Beziehungen zwischen beiden Vereinen unterstreicht. Auch mit dem Musikverein Perscheid gibt es eine Zusammenarbeit, und zwar im Bereich der Jugendausbildung. Vier junge Musiker aus Oberwesel spielen dort im Jugendorchester, das Leiterin Sabine Hanß im vergangenen Herbst ins Leben gerufen hat.

Zwei Beispiele, die Schule machen sollten, wie Vorsitzender Udo Dittmayer herausstellte. Denn nicht gegeneinander, sondern nur im Miteinander haben die Vereine in der heutigen Zeit Zukunft.