Blasorchester der Kolpingsfamilie Oberwesel am Mittelrhein (UNESCO Weltkulturerbe) im Tal der Loreley / zur Startseite


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Ganze Stadt war voller Blasmusik

(22.08.2002) Oberwesel stand über mehrere Tage im Zeichen des Kolping-Blasorchester-Jubiläums

Weltoffen, gastfreundlich und international präsentierten sich die Stadt Oberwesel und Gastgeber Blasorchester im Jahr der Anerkennung des Mittelrheintales als UNESCO-Welterbe. Internationale Gäste, ein hochkarätiges Festprogramm, Traumwetter und dazu ein guter Tropfen Oberweseler Wein - im Jahre 1927 gegründet, feierte das Blasorchester mit vielen Freunden und Schirmherr VG-Bürgermeister Thomas Bungert sein 75-jähriges Bestehen.

OBERWESEL. Vier Tage prägte das orange-schwarze Kolpingbanner das Stadtbild in den Oberweseler Stadtmauern, vier Tage lang lockten die Klänge der Blasmusik die Gäste aus Nah und Fern nach Oberwesel. Begonnen wurden die umfangreichen Feierlichkeiten zum 75-jährigen Bestehen des Kolping-Blasorchesters mit einem würdigen Festakt im Oberweseler Ratskeller. Eine ausführliche Fotoausstellung im Ratskeller und eine informative Festschrift dokumentierten 75 Jahre ehrenamtliches Engagement im Dienste der Blasmusik. Vorsitzender Dr. Udo Dittmayer bedankte sich im Namen des Vorstandes bei allen aktiven Mitgliedern, die durch ihr musikalisches Engagement den Verein tatkräftig unterstützt haben (20 Jahre aktiv dabei: Bernhard Jäckel und Markus Berres, 50 Jahre: Hans-Josef Volkensfeld).

Seit 25 Jahren existiert ein eigener Förderverein, bereits im Gründungsjahr traten 23 Mitglieder bei, um die Musikkapelle finanziell zu unterstützen, heute gehören über 150 Mitglieder dem Förderverein an. Beim Festakt wurden die fördernden Mitglieder vom Blasorchester geehrt, die seit 25 Jahren ihren finanziellen Beitrag zur Unterstützung leisten. (Marianne D'Avis, Änni Klockner, Rudolf Becker, Franz Leinhäuser, Michael Brahm, Helmut Alt, Friedrich Bähre, Arthur Bappert, Theo Castor, Hermann Grimm, Herbert Lichtenthäler, Karl Müller und Günter Rosenbaum). Besonders geehrt wurde Rudolf Becker. Er erhielt die Fördermedaille des Landesmusikverbandes, damit würdigte das Blasorchester die Verdienste Beckers sowohl in finanzieller als auch ideeller Art in den Jahrzehnten nach dem Krieg. Schirmherr Thomas Bungert würdigte die musikalische Arbeit des Orchesters in den vergangenen 75 Jahren. "Das Blasorchester versteht es eindrucksvoll, die musikalischen, kulturellen und sozialen Belange in Oberwesel zu verbinden und den Gemeinschaftssinn aller Bürger zu fördern", so der Schirmherr in seiner Ansprache und überbrachte gleichzeitig die Glückwünsche der Verbandsgemeinde.

Für die Stadt gratulierte Bürgermeister Manfred Zeuner, Horst Peuter für den Kreismusikverband, Peter D'Avis und Pastor Bernhard Jakobs für die Kolpingsfamilie. Das Festprogramm am Samstag präsentierte sich mit internationalen Gästen. Die lettische Delegation aus Tervete, die die Verbandsgemeinde besuchte, begeisterte das Publikum mit ihren Musik- und Tanzdarbietungen. Ein gemischter Chor brachte dem Publikum die lettische Volkmusik näher, während die vierköpfige Mädchen-Popgruppe "Die vier Elemente" aus Tervete (nahm an der Ausscheidung zum Grand Prix teil) mit ihren fetzigen Liedern die Zuhörer von den Bänken riss. Die Tanzgruppe "Die Quelle" und ein Solopaar zeigten in der Landestracht Volkstänze aus Lettland.

Beim Auftritt der 76th US Army Band unter der Leitung von Eric Burger swingte der gesamte Festplatz. Zwei Stunden boten die Amerikaner Blasmusik vom Feinsten. Ein funkelndes Raketenfeuerwerk am Oberweseler Nachthimmel war das i-Tüpfelchen eines hochkarätigen Festprogrammes. Tags darauf war Blasmusik total angesagt, von morgens, bis es dunkel wurde. Viele befreundete Musikvereine gaben in der Stadt verteilt Platzkonzerte und umrahmten mit ihren Musikbeiträgen musikalisch das Oberweseler Stadtfest. Höhepunkt war der Sternmarsch aller Musikvereine zum Marktplatz.

Der Ausklang am nächsten Tag mit traditionellem Frühschoppen und Platzkonzerten auf dem Marktplatz setzte den Schlusspunkt der gelungenen Jubiläumsfeierlichkeiten.

Text: Ute Brahm